Für sein siebtes in-situ-Projekt „Tokonoma“ besetzte der französische Künstler Frédérick Gautier acht Monate lang das Dach der Zentrale der französischen kommunistischen Partei in Paris.

Die Objekte für die in-situ-Ausstellung von Frédérick Gautier inspirieren sich nicht nur am Standort, wo sie gezeigt werden, sondern werden dort auch Stück für Stück hergestellt. Um sich ganz in der Umgebung entfalten und einleben zu können zog der französische Designer samt Atelier kurzerhand an diesen Standort. Für Tokonoma, die siebte Ausgabe des Projekts, installierte er sich auf dem Dach des Oscar-Niemeyer-Gebäudes in Paris, die Zentrale der französischen kommunistischen Partei. Die Ausstellung kann vom 4. bis 13. Mai 2018 besucht werden.

FCK – Tokonoma Project (In Situ 7)

Tokonoma Project by FCK teaser

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Ziel meiner in-situ-Projekte ist immer ein einmaliges, alltägliches Objekt zu erschaffen und dies anschließend zu vervielfältigen. Als Mikro-Echo der Architektur, der Mauern, des Daches und, im vorliegenden Fall, der Möwen, die mich regelmäßig bei der Arbeit besuchen kamen.

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Brutalismus, Beton und eine straffe Kombination aus Wellen und Linien sind nicht nur kennzeichnend für das Niemeyer-Gebäude, sie bilden zudem den roten Faden in Tokonoma. Auf dem Dach halten die Objekte wie Beton-Möwen mit gespreizten Flügeln Wache, und drinnen in der Halle zum Kongresssaal, sind sie minutiös aneinandergereiht und bereit Reißaus zu nehmen. Das Gebäude an sich ist wie ein Tokonoma konzipiert, eine Nische in einem japanischen Empfangs- oder Teeraum, in dem Zierrat ausgestellt wird. Mit der Mikroarchitektur von Frédérick Gautier zeigt das Gebäude innen als auch außen ein Vielfaches seiner eigenen Wiederspiegelungen.

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Tokonoma umfasst auch Werke aus seinen vorherigen Ausstellungen, wie beispielsweise die industriell anmutenden Beton-Vasen „Vases à arroser“ aus der FCK-Kollektion für Serax, die an die treibenden Poller in den Schleusen der Pariser Kanäle angelehnt sind. Für seine Bau-Vasen aus Sandzement und Cortenstahl inspiriert sich Gautier an der Bauhaus-Architektur in den Straßen von Tel Aviv. Mit dieser Vase kann eine einzige Blume betont werden oder eine komplette Blumenpracht erschaffen werden, indem mehrere Elemente als architektonisches Bauwerk ineinandergeschoben werden. 

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Bis zum 27. April 2018 ist Frédérick Gautier an jedem Wochentag von 10 bis 19 Uhr bei der Arbeit in seinem zeitlichen Atelier zu sehen. Eine Besichtigung seiner „work in progress“-Werke ist nur nach vorheriger Absprache möglich unter fckgautier@gmail.com.